Jimmys Leben

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Jimmys Leben

Beitrag  Gast am Fr 24 Jun - 12:38

Das Leben von James Kuma

Vorgeschichte
Regen prasselte gegen das kaputte Fenster, wo ein Loch kalte Luft hineinpfeifen ließ. Die Stimmung konnte draußen, sowie drinnen nicht schlechter sein. An diesen Tagen war Tonai ständig mit Regengüssen gebeutelt, die die Straßen schlammig wirken ließ und Wasser durch mehrere Löcher des Daches in den kleinen dunklen Raum drang. Töpfe und Schüsseln standen in dem Raum verteilt, hielten aber kaum Massen auf, weswegen die Bewohner der kleinen Baracke sich in eine engere Ecke zurück verzogen hatten. Es waren vier Kinder und zwei Erwachsene, die sich eng zusammengesetzt hatten. Der Oberhaupt der Familie Nathane James Kuma flüsterte leise etwas zu seiner Frau, die nur wiederwillig schnaubte und den Kopf schüttelte. „Ich weiß nicht wann sie kommen. Ich hoffe nur, sie haben mehr als das letzte Mal besorgen können“, antwortete sie nuschelnd, fast schon knurrend. Jeder in dieser Familie tat alles dafür, etwas Geld zu verdienen. Sei es mit Schwarzarbeit oder gar mit Diebstahl, doch der jüngste von ihnen schaffte es nie. James Kuma war gerade 5 Jahre alt geworden als sein großer Bruder ihn mit nahm auf Diebestour. Die Masche war eigentlich immer die gleiche. Sein Bruder lenkte die Leute ab, während James von hinten sich das Geld nahm. Es lief oftmals nicht sehr gut und sie wurden schon sehr oft erwischt. Auch an diesem Tag, hatten sie wenig Glück. Er stand mit gesenktem Kopf in einer Gasse, während der Regen gnadenlos auf ihn runter prasselte und sein Bruder von rechts nach links lief. „James… du bist eine Schande! Du hast es schon wieder versaut! Was glaubst du werden Mom und Dad sagen?“, fluchte der größere und starrte für einen Moment in den dunklen Himmel, während Wasser an seinen nassen Haaren hing und runter tropfte. „Ich… ich weiß nicht Ben“, murmelte James als Antwort und ballte seine kleinen Hände zu Fäusten. Jedes Mal wenn er klaute, hatte er ein schlechtes Gefühl in sich und Angst. „Man, echt. Du bist nicht der einzige in der Familie. Wir müssen alle überleben und wenn du nichts machst, können wir das vergessen“, fluchte Ben und starrte in den Himmel. Die reinste Wut sprach aus ihm, dann fixierte er seinen kleinen Bruder wieder. „Dann können wir dich vergessen“, knurrte er und griff nach seiner Hand, zerrte ihn dann wütend mit. Am liebsten hätte sich James davon gerissen, aber er wusste nicht wohin er rennen sollte. „Hör auf… das tut weh“, murrte er dann als sein Bruder ihn weiter grob mitzog, doch ignorierte er ihn. Benjamin riss ihn förmlich immer wieder mit und kam an dem Haus seiner Familie an. Seine Lungen füllten sich mit Luft, die er dann pressend ausstieß, ehr er die Tür aufdrückte und James mit rein zog. „Mom! Dad!“, brüllte er dann sobald die Tür wieder zu war und schaute sich um. „Wir sind wieder da!“ Der kleine Kuma versuchte sich von der Hand zu lösen um bei Nöten sich schnell irgendwo zu verkriechen, aber er hatte keine Chance, zu sehr war die Hand um seine geschlossen. Sein Vater tauchte aus der Dunkelheit aus und musterte für einen Moment seine zwei Söhne mit abwertenden Blicken. Vor allem aber James warf er zusammengekniffene Augen zu, die sehr wütend wirkten. „Tut mir Leid, er hat es vermasselt, Dad“, brummte Ben dann für seine Art viel zu ehrlich. „Ich… ich konnte nicht“, nuschelte James und wollte sich wieder von der Hand lösen, aber es war zu spät. Sein Dad machte mehrere Schritte vor und griff ihm am Kragen, erst da spürte er keine Hand mehr die seine umschloss. „Weist du eigentlich wie sehr wir alle etwas für diese Familie machen und du dich ausruhst?“, brüllte er ihn an und schüttelte ihn leicht. „Aber… ich…“, flüsterte James und spürte wie Tränen in seine Augen kamen. Es war die reinste Angst in seinen Augen zu erkennen. „Nichts aber! Du hast gefälligst wie alle andern dich anzustrengen! Sonst bist du nichts wert!“ Das Brüllen schallte durch den kleinen Raum in alle Ecken, wobei danach eine lange Stille folgte, während sich die Nasenflügel seines Daddys aufblähten. „Ich… ich“, nuschelte er nun unter Tränen und senkte den Blick. „Geh mir aus den Augen… du wirst nichts zu essen bekommen heute“, knurrte schlussendlich der Oberhaupt der Familie ihm zu, stieß ihn grob weg und wandte sich um. James stolperte zurück an die Wand und ließ sich langsam dort zu Boden gleiten, während er rasch seine Knie ran zog und sein Gesicht dort rein presste. Sein Schluchzen war leise und kaum hörbar, aber es schien keinen auch nur ansatzweise zu interessieren. James war zu klein um zu wissen, dass dies keine normalen Lebensumstände waren. Die Nacht verlief ruhig.

Ein ganzes Jahr zog sich hin, in dem es nichts außer Ärger gab, den der kleine Kuma über sich ergehen ließ. Natürlich konnte er sich nicht wehren, geschweige denn etwas anderes tun außer zu wiedersprechen, was jedes Mal Konsequenzen mit sich zog. Den einzigen Fluchtversuch den er jemals unternahm, blieb auch bei dem einen, denn am nächsten Tag ging es in die Stadt. Eigenartigerweise war James mit seinem Vater alleine dorthin unterwegs. Er hielt seine Hand so fest, als wollte er sie zerquetschen. „Warum kommt Ben nicht mit?“, fragte Jim leise und drückte sich etwas näher an seinen Dad. Neue Umgebungen machten ihn Probleme und gleichzeitig Angst. „Weil nur wir zwei heute hier sind.“ Es hörte sich an, als wäre es etwas besonders und nur für ihn bestimmtes. Doch irrte sich sein junger Verstand damit mächtig. Mit strahlenden Augen sah er sich um und musterte die Umgebung die ihn inzwischen nicht mehr ganz so unheimlich vorkam. „Cool“, flüsterte er und lächelte etwas. Der Markt war groß und viele Menschen tummelten sich dort. Hier und da gab es Marktschreier für Obst und Gemüse. Der eine oder andere Schlächter verkaufte Fleisch, während weiterhin Viehhandel getrieben wurde. Es war ein neues Gebiet für James, deswegen fand er es interessant. Sein Vater zog ihn ruckartig nach rechts und blieb dann vor einem Mann stehen, dessen Gesichtsausdruck recht unfreundlich wirkte. „Hallo. Ich hab‘ gehört sie nehmen alles?“, fragte sein Dad und verengte leicht misstrauisch die Augen. Ein breites Lächeln entblößte schimmlige, schwarze Zähne in dem Mund des Mannes, während seine Augen sich auf den kleinen jungen hefteten, der sich rasch hinter seinen Vater schob. „Ja ich nehme alles, aber viel bekommen sie dafür nicht“, bemerkte der schäbige Kerl in einem geschäftlichen Ton. James wusste nicht, um was es ging, geschweige was genau sein Vater wollte, aber die Umgebung lenkte ihn schon genug ab. Sein Kopf zuckte von Pferden zu Kühen und weiter zu Menschen die am Hals gefesselt waren. „Das ist mir gleich. Ich brauche Geld und er bringt mir keins ein“, brummte sein Vater und brachte zum ersten Mal James dazu ihn anzusehen. „Gut, ich sehe wir verstehen uns.“ Seine Hand griff an seinen Gürtel und wenig später zog er mehrere Münzen raus, die er seinen Dad gab. Der kleine Kuma lächelte etwas, immerhin bedeutete Geld auch etwas zu essen. Dann plötzlich spürte er wie seine Hand los gelassen wurde und der schäbige Kerl an seinen hinteren Kragen packte und ihn zu sich zog. „Vielen Dank. Beehren sie uns bald wieder.“ Ein ungutes Gefühl breitete sich schlagartig in Jim aus und für mehrere Sekunden starrte er fassungslos seinem Dad nach der sich weiter von ihnen entfernte. „Dad!“, schrie er und wollte ihm nach laufen, eher er wieder zurückgezogen wurde. „Na na na, Ware hat gefälligst nicht weg zu laufen. Du gehörst jetzt mir: Micheal Carter.“ Eine Faltete bildete sich auf dem jungen Gesicht und mit einmal hatte er das Gefühl von kälte in sich. „Aber….“, fing James an und spürte wie Tränen sich in seine Augen schlichen. „Und wehe du fängst jetzt an zu heulen“, brummte Carter und stieß ihn dann vor sich hin in Richtung eines kleinen Gatters, wo bereits andere Leute standen. Wenig später knallte eine schwere Tür zu, die etwas Unheilvolles brachte. Der kleine Kuma setzte sich langsam in eine Ecke und legte den Kopf in die Knie und spürte wie ein Kloß ihm die Luft nahm, wobei er langsam zitternd anfing zu weinen. Es dauerte nicht lange und jemand setzte sich an seine Seite und legte einen Arm um ihn. „Hey kleiner, alles okay“, flüsterte eine Frauenstimme leise an seinem Ohr. Sie wirkte so zart und sanft das der weinende Junge aufblickte. Seine Augen waren leicht gerötet und sein Gesicht von Dreck und Tränen verschmiert. „Wer…. *schnief* Wer… bist du?“, flüsterte er und wischte sich mit einer Hand über die Augen. „Ich bin Nana“, sagte die Frau leise und sanft. Sie hatte blondes Haar, das deutlich von Dreck verklebt und dunkler wirkte. Ihre Haut, die weiß darunter hervor stach war ebenfalls von Sand in eine andere Farbe gewandelt. „Und wie heißt du?“ Kurz versuchte Jim vergeblich eine Antwort zu geben, aber er schniefte so sehr und japste dabei nach Luft, dass er es kaum schaffte. „Hey schon gut, alles wird gut. Das verspreche ich dir“, flüsterte die Frau und drückte ihn seicht an ihren Körper. Auch wenn es sehr frisch war, hatte ihr warmer Körper etwas Beruhigendes und fast vertrautes. „Siehst du… jetzt ist alles wieder okay. Also, wie heißt du?“ Jim wischte sich mit seinen kleinen Händen durch die Augen und schniefte noch immer leicht, aber inzwischen fiel ihm das Sprechen wieder leichter. „Ich bin James“, murmelte er und sah zu ihr. „Hey James. Das ist ein schöner Name.“ Ihre Hand strich sanft über seinen Kopf und noch immer drückte sie ihn an ihren Körper. Doch das brauchte er jetzt, denn er kuschelte sich näher an sie und schloss die Augen. Für ein paar Stunden schien sein Leben relativ erträglich zu sein.

Gegenwart

Jimmy öffnete schlagartig seine Augen, während in der Dunkelheit das Gesicht von Nana noch zu hängen schien. Ihr sanftes Lächeln und die strahlend blauen Augen. Eine Gänsehaut durchströmte seinen Körper die ihm Angst machte, während er eine eigenartige Kälte spürte die ihn packte. Hastig strampelte er die Decke von seinem Körper und rutschte aus dem weichen Bett. Im vollen Gleichgewicht landete er auf seinen Füßen und kniete sich daneben. Für einen Moment verschlafen und misstrauisch sah er sich um. Angst und Panik spiegelte sich in seinen Augen, während seine Hand über das Bett nach seinem Teddy tastete. Er zog ihn hastig zu sich und drückte ihn an seinen Körper. „Abby?“, flüsterte er leise und ängstlich, doch keine Stimme antwortete. Für Sekunden plagte ihn die Befürchtung, dass er hier nur in einem Traum war, weswegen er zügig zu der Tür ging und dann den Lichtschalter betätigte. Die inzwischen vertraute Quartierumgebung tauchte auf. Trotz allem huschten die Augen von Jimmy durch den Raum, suchten alle Anhaltspunkte die er inzwischen kannte, eher er etwas durchatmete. Dann sah er seinen Teddy an und drückte ihn noch einmal fest an sich. „Lass uns Abby suchen“, murmelte er und drängte sich dann aus der Quartiertür raus. Wie immer wenn er diese Alpträume hatte hielt er die Ausrede ein Monster wäre im Raum für plausibel genug. Seine Schritte schallten von den Gängen wieder, die fast schon beängstigend groß waren, weswegen er schneller weiter ging um bald die Krankenstation zu betreten. Man beachtete ihn schon gar nicht mehr, weil er ein Teil dieser Crew geworden war. Er tat zwar nichts, unterhielt sich aber mit jedem hier, so dass er als frohe Natur galt. Jim betrat die Krankenstation und sah sich gehetzt nach Abby um. Sie zu sehen war ein Zeichen dafür, dass er nicht schlecht träumte und dass dies hier die wahre Realität war. Jedes Mal brauchte er die Bestätigung dass er nicht auf dem Minenplaneten wohnte und bei seiner neuen und einzigen Mom unterkam. Denn auch diese Nacht traf Jim auf Abb die ihn mit einen müden Lächeln in die Arme schloss ihm gut zusprach und dann für ein paar Stunden in ihrem Büro schlafen ließ. Auch dieses Mal erzählte er von Monstern in dem Quartier, nur um der eigentlich Erklärung auszuweichen das er schlecht schlief. Seine Ausrede variierte dabei immer wieder und wirkte oftmals eher weither geholt und mit viel Phantasie gefüllt, aber trotzdem wirkte sie.

Gast
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Re: Jimmys Leben

Beitrag  Gast am Mo 12 Sep - 13:04

Fortsetzung
Die Stunden vergingen sehr langsam und dennoch fühlte sich James in der Obhut der Frau relativ sicher. Es war fast das erste Mal das eine Person ihn tröstete und ein wenig Interesse an ihm fand. Langsam neigte sich die Sonne nieder und brachte mit der Dunkelheit mehr Kälte. Fackeln tauchten in der Umgebung auf und erhellten teilweise die Dunkelheit. „Wo sind wir hier?“, flüsterte Jim nach einer Weile des Schweigens und drehte den Kopf zu Nana um, die müde und wachsam die Tür musterte. „Es ist ein Sklavenhändler“, erklärte sie knapp und lächelte dann langsam in seine Richtung. „Siehst du den Mann an der Tür?“, fragte sie dann und deutete mit einer Handbewegung auf eine Gestalt. Sie kniete am Boden und hatte seit gut 30 Minuten angefangen im Türschloss zu stochern. James nickte schweigend und runzelte angestrengt die Stirn. Noch immer war ihm nicht klar, warum sein Vater ihn hier abgeben hatte. „Wenn er das Zeichen gibt, dann stehst du auf und wir versuchen durch die Tür abzuhauen, okay?“ Nana schaute ihn an und trotz der Dunkelheit erkannte er ihre hellblauen Augen die ihn intensiv musterten. Schweigend nickte Jim und drehte den Kopf zu dem Mann an der Tür. Offensichtlich war es alles andere als gut hier zu sein, denn Nana wollte hier weg und diesem Bedürfnis wollte er nachkommen. Aber wo sollte er hin? Nachhause laufen würde heißen, dass ihn das gleiche wieder erwarten würde. „Darf ich mit dir mitkommen?“, fragte er dann leise und biss sich leicht auf die Unterlippe. Ein liebevolles Lächeln trat auf ihre Lippen und sie musterte den Jungen als wäre es ihr Sohn. „Wenn du das möchtest. Dann verschwinden wir beide hier.“ Hastig nickte der kleine und blickte abwartend auf den Mann zu. Weitere 20 Minuten vergingen in denen nichts geschah, bis Nana nach seiner Hand griff. „Achtung“, flüsterte sie leise an seinem Ohr und erhob sich von ihrer Position. Auch Jim stand auf und blickte zu der Tür, die sich langsam öffnete, wobei die Freiheit zum Greifen nahe war. Dann passierte alles verdammt schnell. Nana hatte ihn aus der Tür mitgezogen und lief an der Seite der Zelle entlang, während weitere Gefangene raus schlichen und versuchten das Weite zu suchen. Erst ein Brüllen und Schüsse in der Luft ließ darauf vermuten, dass man entdeckt hatte, dass die Sklaven flohen. „Komm!“, rief Nana und hob ihn auf den Arm um schneller voran zu kommen. Inzwischen war Unruhe ausgebrochen und die Stimme von Carter schallte von weither. Mit Jim auf dem Arm betrat die Frau eine Gasse, ließ ihren Blick umher wandern und rannte sie dann entlang. Ihre Atmung ging keuchend, entfernte sich aber von den Schreien und Schüssen, so dass bei ihr ein leichtes Glücksgefühl einsetze. Es war jenes Gefühl von Freiheit das sie so vermisst hatte, weswegen sie leise auflachte. „Wir sind frei, Jimmy“, sagte sie und wurde langsam, während sie den kleinen Jungen wieder absetzte und seine Hand griff. „Wir sind endlich frei.“ Ein leises Kichern kam von ihr und ihre Schritte gingen weiter. James nickte etwas und ließ seinen Blick umher wandern. Langsam traten sie um die nächste Abbiegung und blieben beide stehen. Der Weg war hier zu Ende und vor ihnen machte sich eine große Mauer auf. „Nein…“, flüsterte Nana und ließ ihren Blick über die Schulter wandern, als sie von weiten Männer mit Fackeln erblickte. Der Rückweg war nicht mehr möglich. Panik stieg in Nana auf und sie trat näher an die Mauer um mit ihrer Hand drüber zu streichen. „Hier muss es lang gehen… wir… wir sind doch frei“, sagte sie verzweifelt und redete dabei mehr mit sich selbst als mit dem kleinen Jungen der hilflos neben ihr stand. Er drehte den Kopf über die Schulter und griff automatisch nach der Hand von seiner neuen Begleitung, die ihr Gesicht Carter entgegen drehte. Ihre Haut wirkte inzwischen aschfahl und ihre Miene war ängstlich. Langsam drängte sie den Kleinen hinter sich und stellte sich somit schützend vor seinen Körper. „Lassen Sie uns gehen. Wir gehören ihnen nicht…“, sagte sie und war den Tränen nahe. Es war so knapp gewesen, sie war für Minuten endlich frei gewesen, sollte das wirklich jetzt so enden? Carter lachte laut auf und legte eine Hand an seinen runden Bauch. Ein Zeichen dafür das er nie hungern musste, während andere sich nicht einmal Wasser leisten konnten. „Sonst was? Weinst du mich tot? Kratzt und beißt du mich? Sonst hetzt du mir den Knirps auf?“ Der Mann lachte weiter und auch die Männer hinter ihm fingen nun langsam an zu lachen. Jim drückte die Hand von Nana fester und presste sich dicht an ihren Körper. Die Männer machten ihn Angst und beunruhigten ihn. „Dann lasst den Jungen frei und nehmt mich mit… bitte! Er ist doch viel zu klein hierfür.“ Die Stimme von Nana zitterte inzwischen aus Verzweiflung, während Tränen über ihre Wangen liefen. Micheal Carter hörte auf zu Lachen und ließ sein Gesicht zu Stein werden. Seine Hand griff in seine Tasche und zog wenig später einen alten Revolver hervor. Ein knallender Schuss war zu hören und gleich danach sank die Frau zu Boden. Jim wurde mit umgerissen und hatte nicht mitbekommen was in diesem Augenblick passiert war. Etwas benommen von dem Sturz rappelte er sich auf die Knie auf und starrte auf Nana. Ihre Augen waren Leblos auf ihn gerichtet, während Blut zwischen ihren Augen entlang sickerte. „Nana?“, wimmerte Jim und griff nach ihrer Hand, während Carter langsam näher kam. „Sie ist tot, Junge“, knurrte der Mann abfällig und stieß die Frau kurz mit dem Fuß an. Dann trat er auf die Hand von Jimmy und zerdrückte sie für einen Moment am Boden. Ein leises gequältes Geräusch kam von ihm, während ein leises Knacken zu hören war und stumme Tränen über das Gesicht des Jungen liefen. „Tu das nie wieder, kleiner. Keiner flieht von Michael Carter. Hast du verstanden?“ Hastig nickte James und bekam dann seine schmerzende Hand frei, die er kurz gegen seine Brust drückte. Dann wurde er auf die Beine gezogen und mit gestoßen. Nana blieb zurück. Ob ihr kalt war wenn sie dort liegen würde? Stille erfüllte wenig später den Sklavenmarkt, während Jim einer von sechs Überlebenden war. 7 andere hatte man zur Abschreckung der anderen Sklaven erschossen.

Gegenwart
„Mom…“, murmelte Jimmy unruhig, während seine Hand nach der von Abby griff. Er hatte ein schlechtes Gefühl, fast schon Panik artig, als sich die Fahrstuhltür schloss und somit in Bewegung setzte. Der Aufzug schien sehr klein zu sein und die Wände fast unangenehm eng. „Was ist Jimm?“, fragte Abb und musterte den achtjährigen Jungen, dessen Augen groß und ängstlich auf die Tür geheftet war. „Fahrstuhl fahren ist blöd“, erklärte er und biss sich etwas auf die Unterlippe, während er die Hand von seiner Mutter fester drückte. Eine Hand legte sich auf seinen Kopf und strich ihm sanft durch die Haare. „Keine Sorge. Wir sind gleich da.“ Ein knappes Kopfnicken kam von Jimm, doch er schien nicht sonderlich erfreut zu sein, dass die Tür verschlossen schien. Im Quartier wusste er nachdem er hundert Mal nachgesehen hatte, das die Tür nie verschlossen war wenn sie drinnen waren. Aber was war, wenn die Fahrstuhltür nicht aufging? Nervös kaute er auf der Unterlippe rum bis der Fahrstuhl aufsprang und er als erstes sich raus schob, dass ganze aber unkommentiert ließ.

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